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Fachberichte von Teppich-Sachverständigen


Erfahrungsberichte aus der Textilreinigung

Sachverständige aus der Textilreinigung veröffentlichen im Fachmagazin RW-Textilservice zu immer wiederkehrenden Reklamationen deren Gutachten und Kommentare. Die Teppichreinigung betreffenden Fälle sin hier angeführt.

"Der Teppich hält Sie aus" Helle Punkte im Flor

Ein Orientteppich sollte möglichst ein Leben lang halten. Die Qualität eines Teppichs wird für den Kunden meist erst nach einigen Jahren des Gebrauchs deutlich. Landet ein verschlissener Teppich in der Teppichreinigung und treten Vorschädigungen sichtbar zu Tage, wird die Schuld oft beim Aufbereiter gesucht.

>> Es liegt nun mehr als 30 Jahre zurück. Helmut Kohl wurde zum ersten Mal zum Bundeskanzler gewählt, da kaufte sich Frau Schmidt (Name von der Redaktion geändert) von ihren Ersparnissen einen echten Orientteppich. Frau Schmidt war damals Modeberaterin in einem angesehenen Bekleidungshaus und der Mann einer Kollegin Teppichverkäufer in einem der führenden Teppichhäuser der Stadt. "Meine Freundin und ich sind damals mit dem Verkäufer, Herrn Meyer, sogar in die nächstgelegene Großstadt gefahren, um uns weitere Teppiche anzusehen." Frau Schmidt entschied sich für einen "Indischen Mir". Bei diesen Teppichen handelt es sich in der Regel um Musternachknüpfangen persischer Musterungen, die in Indien gefertigt werden. Die Knotenzahl des beanstandeten Teppichs beträgt pro Quadratmeter etwa 120.000 Knoten. Es handelt sich um einen geschichteten Teppich. Der Flor besteht aus Schurwolle, das Grundgewebe aus Baumwolle. "Der Teppich hält Sie aus, Frau Schmidt." Das war das Verkaufsargument. Der für Frau Schmidt sehr teure Teppich sollte für den Rest des Lebens schön und benutzbar sein und möglichst noch im Wert steigen.

Schadensbild >> Vielleicht hatte Herr Meyer nicht mit den weiteren großen Fortschritten der Medizin gerechnet und Frau Schmidt "keine 30 Jahre mehr zugetraut". Jedenfalls wurde der Teppich im Jahre 2013 zum ersten Mal zur Wäsche in eine Teppichreinigung gegeben. Das Wareneingangsprotokoll des Fachbetriebes vermerkt dazu: stark verschmutzt, schwarze Flecken, Fransen defekt, Kanten defekt. Die professionelle Teppichwäsche machte die Vorschädigungen in ihrem gesamten Ausmaß sichtbar. Im Laufe der Jahre sind durch die Benutzung als Bodenteppich erhebliche Schädigungen eingetreten. An vielen Stellen ist der Flor stark reduziert. Außerdem befinden sich auf dem Teppich zahlreiche weiße Stellen.

Schadensursache >> Die äußerst enttäuschte Kundin ruft beim Teppichhaus, von dem sie damals den Teppich bezogen hat, an und schildert ihre negative Erfahrung. Dort erhält sie die telefonische (!) Auskunft, dass da wohl etwas mit der Teppichwäsche nicht in Ordnung gewesen war. "Da haben die wohl mit ihren Maschinen zu hart gebürstet." Wie so oft: Ein unbedachtes Wort aus den Reihen des Einzelhandels macht den Textilreinigern und Wäschern das Leben schwer. Natürlich handelt es sich bei der Schädigung um Verschleiß. Die Haltbarkeit eines Teppichs wird neben der Pflege und der Beanspruchung durch Gebrauch von zwei wichtigen Kriterien bestimmt: der Qualität der Wolle und der Knüpfdichte. Bei dem vorliegenden Teppich handelt es sich um qualitativ weniger hochwertige Wolle und eine Knotenzahl pro Quadratmeter, die im unteren Bereich liegt. Entsprechend werden diese Teppiche auch preislich günstiger angeboten. Aus diesen Gründen stellt ein Teppich dieser Qualität auch keine Wertanlage dar, sondern ist ein Gebrauchsgut, das einem normalen Verschleiß unterliegt. Insofern hatte der Verkäufer vielleicht doch recht mit der Aussage: "Der Teppich hält Sie aus." Er reicht mit seiner Haltbarkeit eben nicht über die Lebenszeit der Käuferin hinaus.

Wertverlust durch Alterung und Gebrauch Es gibt sie wirklich, die Teppiche, die etliche Jahrzehnte alt sind und keine Schädigungen aufweisen. Das Zusammenspiel von Qualität der Wolle, Verarbeitung, Knüpfdichte, Pflege und Gebrauchseinflüssen ist in diesen Fällen optimal. Kommt dann noch ein Seltenheitswert dazu, können diese Teppiche bei Versteigerungen unglaubliche Summen einbringen. Die Regel sind jedoch (leider) Teppiche, die wie alle anderen Textilien auch durch Alterung und Gebrauch an Wert verlieren. Zurück zu dem angesprochenen Schadensfall. Es bleibt noch die Frage nach den verbliebenen weißen Stellen im Teppich. Bei diesen "Flecken" handelt es sich um den an diesen Stellen durchscheinenden, oberen Kettfaden aus Baumwolle. Bei vielen Orientteppichen verlaufen die Kettfäden nicht auf gleicher Höhe, wie man es bei den meisten Geweben antrifft. Um eine höhere Dichte des Teppichs zu erzielen, verläuft jeder zweite Kettfäden beispielsweise 2 bis 3 mm höher als die übrigen Kettfäden. Ist der Flor geschädigt und reduziert, stößt man als Erstes auf das höhergelegene Kettfadensystem. Durch die Wäsche ist die Baumwolle wieder hell geworden, so dass die durchscheinenden Kettfäden an den entsprechenden Stellen gut sichtbar sind. Von manchen findigen Teppichhändlern werden diese hellen Stellen während des Wartens auf den nächsten Kunden mit Filzstift "retouchiert", also angemalt, damit die Schäden auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.

Kommentar - Der Sachverständige rät
Schädigungen an Teppichen können durch eine Teppichwäsche offenbar werden. Die Mehrzahl aller Teppiche verliert durch Alterung (Farbstoff- und Faserabbau, Wandel der Mode) und die Folgen des Gebrauchs an Wert. Wirklich wertvolle Teppiche sind vergleichsweise selten.

Dipl.-Betriebswirt (BA) Meinrad Himmelsbach ist Textilreinigermeister und von der Handwerkskammer Freiburg öffentlich bestellter Gutachter für das Textilreinigerhandwerk. RW Textilservice 11/2013

Jeder Teppich hat zwei Seiten

Bei einem Gabbeh zeigen sich nach der Reinigung auf der Rückseite noch Flecken. Der Flor ist an einigen Stellen aufgehellt. Eine Untersuchung ergibt, dass es sich bei dem Teppich um einen Indo-Gabbeh aus Baumwolle handelt. Außerdem wurde durch Schimmelbildung der Farbstoff angegriffen. Die nachfolgend beschriebene Reklamation betrifft einen Gabbeh. Dabei handelt es sich um einen echten Teppich, der im Original nur im Iran, und zwar vorwiegend im Südiran, geknüpft wird. Nachknüpfungen aus Indien (sog. Indo-Gabbeh) sind ebenfalls auf dem deutschen Markt zu finden. Der Gabbeh aus dem Iran ist in Kette, Schuss und Flor aus Wolle geknüpft, während sich der Indo-Gabbeh dadurch unterscheidet, dass Kette und Schuss aus Baumwolle hergestellt werden, während der Flor aus Schurwolle besteht. Beide sind in der Knotenform Senneh oder Gördes geknüpft. Die Knüpfung selbst ist sehr grob und ihr Quadratmetergewicht wegen der sehr hohen Floreinsatzmenge sehr hoch. Typisch für den Gabbeh ist, dass er eine große Fläche ohne Musterung besitzt. Diese wird unterbrochen durch stilisierte Figuren wie Tiere undPflanzen,Abbildungen und Ornamenten. Diese Art des Gabbeh hat sich erst in den letzten 20 Jahren auf dem deutschen Markt gegen den Berber und dem Nepal behauptet. Nun hat der Gabbeh wie die meisten Teppiche eine Florschicht und ein Grundgewebe. Wenn in dem Titel dieses Schadensfallberichtes von zwei Seiten geschrieben wird, so hat das eben mit dem Schadensfall selbst zu tun. Und dabei geht es um Folgendes: Ein in der Grundfarbe roter Gabbeh mit Meinen gelben Tupfen in unregelmäßiger Form und Folge ist einem Teppichreinigungsunternehmen anvertraut worden. Bei der wichtigen Durchmusterung des Teppichs im Rahmen der einfachen Warenschau wurde in das Eingangsprotokoll eingetragen, dass eine hochgradige Verschmutzung und Verfleckung vorliegt. Gleichzeitig sind Beschädigungen an der Fransenkante und eine dunkle Stelle auf der Teppichrückseite notiert worden. Nach der Teppichwäsche reklamiert der Besitzer die Rückseite des Teppichs als noch schmutzig, den Flor als lokal aufgehellt und die Fransenkante als beschädigt. Die Veränderung der Rückseite, also des Grundgewebes, war vor Beginn der Teppichwäsche eingetragen, ebenso die Beschädigungen an den Fransen. Der Kunde war uneinsichtig und beanspruchte Schadensersatz in Höhe von 600 Euro plus Reinigungspreis. Als weiteres Argument führte er die Farbaufhellung im Zentrum des Gabbeh an.

Schadensursache
Durch die Untersuchung wurde festgestellt, dass das Grundgewebe nicht aus Wolle, sondern aus Baumwolle besteht und somit ein Indo-Gabbeh vorliegt. Weiterhin ergab sich, dass die Fransenkante ungenügend abgesichert und stabilsiert wurde, als der Teppich geknüpft wurde (Bild 1). Was aber war die Ursache für die dunkle Stelle auf der Rückseite vor der Bearbeitung und die hellen Bereiche im Grundgewebe und im Flor? Hier hat sich herausgestellt, dass die dunklen Bereiche durch Schimmel entstanden waren, der durch die Nassbehandlung entfernt worden war. Die jetzt vorhandenen Farbaufhellungen der Rück- und Florseite sind deckungsgleich und stellen eine Farbstoffschädigung dar, die offensichtlich als Folge der Schimmelbildung eingetreten ist (Bild 2).

Schadensregulierung
Wie es zu dem Schaden gekommen ist, konnte nur vermutet, nicht aber vollständig geklärt werden. Der Hinweis an den Besitzer, es habe eine Blumenvase oder einen Blumentopf auf dem Gabbeh gestanden und dadurch sei Feuchtigkeit ausgetreten, wurde energisch zurückgewiesen. So blieb nur die Erklärung, dass ein solcher Schaden im Gebrauch entsteht und nicht die Folge einer Teppichwäsche sein kann.

Kommentar
Bei der Eingangskontrolle von Teppichen saute bedacht werden, dass diese zwei Seiten haben, die Vorschäden aufweisen können. Im gezeigten Schadensfall hatte Schimmelbildung sowohl das Grundgewebe wie auch den Flor geschädigt. Vorder- und Rückseite sollten daher bei der Annahme genauestens überprüft und Mängel notiert werden, um spätere Reklamationen ausschließen zu können.

Dipl.-Ing. Heinrich Kreipe, Sachverständiger für Chemischreinigung von Oberbekleidung, Teppich- und Polstermöbelreinigung.

"Kleine Fäden - großer Ärger"

Teppichfransen können Enden der Kettfäden des Grundgewebes oder an die Abschlusskante angenähte Fransen sein. Vor der Reinigung sollte ihr Zustand genau überprüft werden. Teppichfransen stellen die Enden von Kettfäden des Grundgewebes dar. Das trifft auf alle Arten von Teppichen zu. Sie können in unterschiedlichen Längen den Abschluss des Teppichs bilden. Aber nicht nur das: Es gibt auch verschiedene Formen von Fransen. Am häufigsten trifft man Einzelgarne als Fransen an, die eine mehr oder weniger starke Drehung besitzen und an ihren Enden entweder einen glatten, geraden Abschluss oder ein ungleichmäßiges, meist spitz zulaufendes Ende aufweisen. Auch findet man den Fransenabschluss mit nicht aufgeschnittenen Kettfäden, die als Schlaufen aus zwei Garnen bestehen und zum Beispiel an Nepalteppichen vorliegen. Diese Form der Fransen befindet sich jedoch nur an einer Schmalseite eines Teppichs. Die andere Kante weist die Fransen als Einzelgarne auf (Foto 1 und 2). Manchmal trifft man auch auf Fransenabschlüsse mit verknoteten Kettfäden. Dann sind zum Beispiel vier Garne miteinander durch Knoten verbunden. Aber auch zu Zöpfen geflochtene Fransen bilden Abschlüsse von Teppichen, beispielsweise bei Berbern. Die Fransen müssen jedoch nicht unbedingt die auslaufenden Kettfäden sein. Auch können vorgefertigte Fransen an die Abschlusskante des Grundgewebes angenäht werden. Von dieser Möglichkeit wird auch dann Gebrauch gemacht, wenn Fransen, die verschlissen sind, ersetzt werden. Faserstofflich können die Fransen aus Baumwolle, Wolle, Seide oder Ziegenhaar bestehen. Zu der Frage, ob eine Fransenkante ein schmückendes Beiwerk eines Teppichs darstellt oder nicht, gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche Menschen legen Wert darauf, dass die Fransen gerade und parallel liegen und richten sie entsprechend mit einem sogenannten Fransenkamm aus. Andere halten das nicht für nötig. Sie ärgern sich sogar darüber und schneiden die Fransen ab.

Schadensursache
Aber das ist nicht das einzige Problem, das es bei Teppichfransen gibt. Sie verschmutzen schnell und treten sich je nach faserstofflichem Erhaltungszustand schnell ab (Foto 3). Kommt ein veschmutzter Teppich zur Reinigung, dann muss auch dem Zustand der Fransen ein besonderes Augenmerk gewidmet werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich durch die Bearbeitung und eingesetzte Mechanik der Zustand der Fransen verschlechtert. Dann wird schnell der Vorwurf gemacht, die Fransen seien mutwillig beschädigt worden. Oftmals wird auch die Veränderung der Farbe der Fransen zum Streitpunkt. "Sie sind beige gewesen", behauptet der Kunde, "und jetzt sind sie weiß und passen nicht mehr zum Teppich." Ganz auszuschließen ist das nicht, denn manche Garne, aus denen die Fransen sind, haben ihre Naturfarbe, die sich aber durch die auf wässriger Basis durchgeführte Reinigung herauslöst. Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wie es zur Farbänderung kommen kann: Während der Trocknung des Teppichs im hängenden Zustand laufen die Fransen an (Foto 4). Ursache dafür kann zum einen sein, dass das Ausspülen des Teppichs nicht restlos erfolgt ist und somit waschaktive Substanzen oder Schmutz in die nach unten hängende Fransenkante mit der Feuchtigkeit gewandert sind. Dann müssen die Fransen nachgewaschen werden, um das Aussehen zu verbessern. Schließlich kann es aber auch ein Farbstoff sein, der aufgrund einer ungenügenden Nassechtheit der Färbung der Teppichgarne in die Fransen zieht. Dann reicht eine Nachwäsche nicht aus, sondern der Farbstoff muss durch den Einsatz von Bleichmitteln entfernt werden.

Schadensregulierung
Der Teppichreinigungsbetrieb ist für die Beschädigung der Fransen eines Teppichs nicht zur Verantwortung zu ziehen. Er kann dem Besitzer anbieten, neue zum Teppich passende Fransen anzubringen. Das kann durch Annähen eines fertig konfektionierten Teppichbandes geschehen oder durch den Einzug neuer Kettfäden um die durch Gebrauch verschlissenen Fransen zu ersetzen. In der Regel kann der Teppichreinigungsbetrieb derartige Arbeiten nicht selbst durchführen. Er muss sie außer Haus geben.

Kommentar
Sind Teppichfasern beschädigt, kann das mehrere Ursachen haben: Die Naturfarbe der Garne hat sich durch die auf wässriger Basis durchgeführte Reinigung herausgelöst. Die Fransen laufen an oder der Farbstoff, der in die in die Fransen zieht, färbt die Enden. Im schlimmsten Fall wird der Fransenstoff chemisch geschädigt und die mechanische Empfindlichkeit erhoht.


Dipl.-Ing. Heinrich Kreipe, Sachverständiger für Chemischreinigung von Oberbekleidung, Teppich- und Polstermöbelreinigung.

Wer hat Schuld am Verblassen?

Ein Kunde reklamiert, dass seine Stuhlüberzüge durch die Reinigung verblasst wären und verlangt Schadensersatz. Mit der Erklärung des Textilreinigers gibt sich der Kunde nicht zufrieden — ein Gutachten wir in Auftrag gegeben. Im Labor stellt sich heraus, dass die Lichteinwirkung den Schaden verursacht hat.

Wer soll das bezahlen? Diese Frage stellt sich oft gleich zweimal bei Reklamationen, die im Textilreinigungsbetrieb angemeldet werden. Wenn ein Kunde eine Beanstandung vorbringt, so gibt sich dieser oft mit der Erklärung über den Sachverhalt, die ihm durch den Textilreiniger gegeben wird, nicht zufrieden. Das gilt auch oft dann, wenn die Erläuterungen einleuchtend sind und kein Verschulden des Unternehmens vorliegt. Da bleibt dann nur noch der Weg über die Einschaltung einer Textilschlichtungsstelle oder die Beauftragung eines Gutachters. Beides kostet Geld, wenn auch in unterschiedlicher Höhe. Da werden Vereinbarungen getroffen, die hoffentlich immer schriftlich fixiert und mit der Unterschrift des Kunden versehen werden. Bei der Höhe des Schadenersatzes geht es dann wieder um die Frage in abgewandelter Form: Was ist zu zahlen? Im vorliegenden Fall geht es ähnlich zu. Es werden Hussen (Stuhlüberzüge) in sehr verschmutztem Zustand zur Textilreinigung gebracht und gereinigt. Reklamiert wird nach einer ganzen Weile, dass die Hussen durch die Reinigung verdorben seien und man Schadensersatz verlange, da die Teile von einem namhaften Hersteller stammen und entsprechend teuer gewesen seien.

Schadensursache
Durch die Laboruntersuchungen ist zweifelsfrei festgestellt worden, dass das Textilreinigungsunternehmen die Hussen sachgemäß gereinigt hat. Durch seine Bearbeitung und damit Entfernung der gebrauchsbedingten Verschmutzung ist ein Gebrauchsschaden offenkundig geworden. Dieser besteht darin, dass durch die Benutzung der Hussen die rechte Warenseite dem Licht ausgesetzt war und dadurch der intensive blaue Farbstoff blasser geworden ist und die hellen Gewebebereiche gelblich erscheinen. Erkennbar war diese Lichtschädigung vor weil das Vergilben bzw. Verblassen der Farbe als Folge der Verschmutzung angesehen worden ist. Ein weiteres Merkmal dafür, dass die Reinigung sachgemäß erfolgt ist, besteht darin, dass die linke Seite, die der Belichtung bei der Benutzung nicht ausgesetzt war, noch dem Original vollständig entspricht. Wäre also eine Fehlbehandlung durchgeführt worden, wäre auch hier ein Farbverlust festzustellen.

Schadensregulierung
Aus den vorangegangenen Erklärungen ergibt sich, dass der Textilreiniger keinen Schadensersatz zu leisten hat. Wer die Gutachtergebühren bezahlt, ist hier nicht bekannt. Ob die durch Lichteinwirkung verursachte Farbaufhellung eine Reklamation bei dem Verkaufsgeschäft rechtfertigt, hängt davon ab, ob die Hussen nicht älter als zwei Jahre sind. Wären diese zwei Jahre noch nicht verstrichen, müsste durch eine Prüfung der Lichtechtheit geklärt werden, ob ein herstellungsbedingter Mangel vorliegt.

Kommentar
Wenn sich der Kunde mit der Erklärung des Textilreinigers nicht zufrieden gibt, bleibt nur noch der Weg über die Textilschlichtungsstelle oder den Gutachter. Beides kostet Geld, wenn auch in unterschiedlicher Höhe. Vereinbarungen dazu sollten immer schriftlich fixiert und mit der Unterschrift des Kunden versehen werden. Der Ärger über die Kosten wird dennoch oft nicht völlig ausgeschaltet.

Dipl.-Ing. Heinrich Kreipe, Sachverständiger für Chemischreinigung von Oberbekleidung, Teppich- und Polstermöbelreinigung.

"Die Flecken waren vorher aber nicht da"

So klingt oft die Aussage von Kunden einer Textilreinigung, wenn sie ihren Teppich oder dergleichen nach einer Pflegebehandlung abholen und begutachten. Das ist ein nahezu unerschöpfliches Thema, und es kann darüber nicht oft genug gesprochen und geschrieben werden.  Dabei soll zunächst einmal davon ausgegangen werden, wie es aus dem Blickwinkel des Kunden einer Textilreinigung zu sehen ist. Wenn eine solche Aussage eines Kunden gemacht wird, so muss man zunächst zwei Möglichkeiten in Betracht ziehen: Dass in einem Textilreinigungsbetrieb Verfleckungen bewusst produziert werden, dem muss entschieden widersprochen werden. Also bleibt die Frage, wo kommen dann die Verfleckungen her. Und damit besteht immer Erklärungsbedarf!  Entweder hat der Reklamant tatsächlich die Verfleckungen vor der Pflegebehandlung nicht gesehen oder auch nicht sehen können, oder aber er wollte sie nicht sehen, um den Reinigungspreis teilweise oder ganz zu sparen. Wollen wir den letztgenannten Fall so stehen lassen und uns den beiden anderen Möglichkeiten des Nichterkennens zuwenden. Teppich mit bräunlicher Verfleckung: Da wäre zunächst der Fall zu beschreiben, dass eine Verfleckung deswegen nicht sichtbar ist, weil die Allgemeinverschmutzung so hochgradig ist, dass die Flecke überdeckt werden und sich nicht abheben. In wenigen Fällen trifft das bei Oberbekleidung zu, in der Regel aber wird es bei Teppichen, Gardinen, Dekorationen auftreten. Ist der Schmutz beseitigt, fällt der Fleck ins Auge. Diesen zu entfernen, ist oftmals mit großen Problemen aufgrund der Empfindlichkeit von Fasern und Farben behaftet, aber auch das Alter spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Bevor also Schaden angerichtet wird, bleibt die lokale Anschmutzung im Textil.  Ein sicher unbefriedigendes Ergebnis für einen qualitätsbewussten Textilreiniger.  Fast noch mühevoller als die erfolglosen Fleckentfernungs-Versuche ist es, dem Kunden verständlich zu erklären, warum eben doch Flecken vorhanden waren, als das Textil in den Betrieb kam, und dann noch, warum eine Entfernung nicht oder nur mit großen Risiken möglich ist.

Und nun zum zweiten Fall, der auch nicht selten eintritt. Gemeint sind hiermit Zucker oder zuckerhaltige Flecken. Diese organischen Kohlehydratverbindungen sind wasserlöslich.  Also kein Problem? Leider eben doch! Liegen eiweißhaltige Fasern, also Wolle und Seide, vor, so reagiert der Fruchtzucker (Fructose) chemisch mit der Faser zu einer schwer-oder unlöslichen Verbindung. Dieser Prozess spielt sich im Rahmen der Alterung ab, tritt aber auch dann ein, wenn eine Hitzewirkung von mehr als 50°C bei Anwesenheit von Feuchtigkeit stattfindet. Und dazu kommt noch, dass die zunächst farblose Flecksubstanz eben durch diese beschriebenen Vorgänge eine gelbliche bis gelblich-braune Farbe annimmt. Man spricht dabei von Melanoidin-Verfleckungen. Die beiden Bilder zeigen einen solchen Fall an einem Teppich sehr deutlich, der im Flor aus Wolle und Seide besteht. Zunächst war aufgrund einer Verschmutzung im Verlauf von zehn Jahren an dem Teppich keine Verfleckung auszumachen und nach der Reinigung waren dann neben dem Medaillon die gelblichen Verfleckungen deutlich zu erkennen. 

Schadensursache
Im Gebrauch ist auf den Teppich eine fruchtzuckerhaltige Flüssigkeit (Obst-, Fruchtsäfte usw.) gelangt. Wann das passiert ist, weiß natürlich auch der Besitzer des Teppichs nicht. Auch analytisch lässt sich nicht feststellen, wann es zu der Verfleckung gekommen ist. Im Laufe der Zeit hat sich diese hier sichtbare Vergilbung entwickelt, die dann augenfällig wurde, als der Schmutz durch die Teppichwäsche entfern wurde.

Schadensregulierung
Hierzu ist zu erklären, dass der Verdacht des Teppichbesitzers, es handele sich bei der Vergilbung um eine durch die Wäsche hervorgerufene Verfärbung, durch Gutachten entkräftet worden ist. Dabei wurde festgestellt, dass es sich um eine gebrauchsbedingte Verfleckung handelt, die nicht entfernbar ist. Somit können gegenüber dem Teppichreiniger keine Schadensersatzansprüche gestellt werden.

Kommentar
Dass in einem Textilreinigungsbetrieb Verfleckungen bewusst produziert werden, dem muss entschieden widersprochen werden. Also bleibt die Frage, wo kommen dann die Verfleckungen her. Und damit entsteht immer Erklärungsbedarf!

(Dipl.-Ing. Heinrich Kreipe,  Sachverständiger für Chemischreinigung von Oberbekleidung, Teppich- und Polstermöbelreinigung)

Warnung vor unsauberen Tricks | 05.03.2014

Der unten stehende Bericht wurde von der Wirtschaftskammer in Kärnten veröffentlicht - trifft aber leider auf ganz Österreich zu.

Teppichwäsche: Warnung vor unsauberen Tricks
Wie man ohne böse Überraschungen sein textiles Schmuckstück reinigen oder reparieren lässt, weiß die Ombudsstelle des Kärntner Einrichtungsfachhandels. Eine neue Masche, Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen, sorgt derzeit für Aufregung: Mit vermeintlichen Schnäppchenpreisen wird für die Teppichreinigung geworben; wer das Angebot annimmt, sieht sich dann aber mit weit überhöhten Rechnungen konfrontiert. Kurze Zeit später verschwinden die Händler wieder von der Bildfläche. Für den Berufsgruppenobmann des Einrichtungsfachhandels, Erwin Taurer, sind solche Betrügereien besonders ärgerlich. „Der Kärntner Einrichtungsfachhandel erfreut sich eines guten Rufes. Den wollen wir auch behalten. Ich rate daher zur Vorsicht!' immerhin sei die Auswahl in Kärnten groß: „Traditionelle Unternehmerkultur, manchmal über Generationen ansässige Handelsbetriebe, bieten beste Qualität und kulante Preise. Sie haben sich ihr Vertrauen erworben und stehen mit ihrem Namen und ihren seriösen Geschäftspraktiken für die Qualität der Arbeit und konsumentenfreundliche Preisgestaltung", betont Taurer.

Aus aktuellem Anlass wurde eine Ombudsstelle eingerichtet:
Landesgremium des Einrichtungsfachhandels Tel. 05 90 90 4 - 320. Mail: guenter.schmidauer@wkk.or.at


Siehe auch https://www.wko.at/Content.Node/iv/Teppichwaesche_Warnung.html

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Teppichreinigung als Falle oder „das schwarze Schaf“

Jeder kennt sie. Die Flugzettel mit den unglaublichen Angeboten oder Inserate mit Versprechen aus 1001 Nacht. Teppichreinigung und Service günstiger als überhaupt möglich. Oft kommt das schlimme Erwachen erst im Nachhinein – und oft erst zu spät.

„Der Schmäh ist immer der gleiche“ so Oliver Jeschko, Geschäftsführer von Österreichs größtem Teppichlager und der modernsten Teppichwäscherei in Mitterndorf/Fischa, „die Kunden zahlen böse drauf und eine ganze Branche leidet darunter“.

Der Ablauf einer wahren Begebenheit, wie sie wöchentlich vorkommt:

Ein Flugzettel flattert ins Haus mit unglaublich billigen Teppichreinigungspreisen. Man ruft gutgläubig an und schneller als erhofft steht auch schon jemand im Haus und „begutachtet“ den Teppich. In diesem Fall handle es sich um ein besonderes Stück, da müsse man besonders reinigen, imprägnieren und ausbessern, alles auf beiden Seiten des Teppichs usw. Also nachdem viel gesprochen aber wenig gesagt wurde, wird der Teppich mitgenommen. Oft wird auch ein Zettel dort gelassen auf dem dann ein Preis von weit über 1000,- Euro als Entgelt vermerkt ist; bei einem Teppichwert von unter 500,- Euro. So kann man dann sagen, dass war vereinbart u im Vorhinein bekannt. In unserem Fall hat man noch rechtzeitig reagiert und am selben Abend den Teppich ohne Behandlung zurückverlangt und per Taxi auch bekommen. In vielen anderen Fällen folgt ein komplizierter Rechtsstreit und oft zahlt man überhaupt drauf.

„Selbst in Badener Innenstadtlagen machen Teppichreiniger mit dubiosen Geschäftslokalen ihre Machenschaften. Nach dem Motto einmal abkassieren und dann den nächsten Kunden ausnehmen“ erklärt Oliver Jeschko und gibt den Tipp nur langjährigen und etablierten Unternehmen zu vertrauen. Eine Teppichwäsche um, wie teilweise angeboten, 8 Euro ist einfach nicht möglich wenn Umweltstandards eingehalten werden und ein unbedingtes Mindestequipment wie Klopfanlage, Mangel, Zentrifuge und ein Trockenraum vorhanden ist.

Folgende Grundregeln sind zu beachten:

  • Eine gute Teppichwäsche kostet etwa zwischen Euro 15,- bis 20,- pro m²
  • Reparaturen werden verbindlich und vorher vereinbart
  • Die erbrachten Leistungen stehen in einem vernünftigen Verhältnis zum Teppichwert
  • Alle Preise stehen auch gut verständlich auf der Webseite des Unternehmens
  • Es gibt Festnetznummern und Adressen des Unternehmens
  • Die Abholfahrzeuge sind  beschriftet und es kommen Fachleute
  • Eine eigene Wäscherei  kann auch besichtigt werden

Bei weiteren Fragen oder Unklarheiten können sich Konsumenten gerne jederzeit an die kostenlose Hotline des HELM & MIGO Teppichzentrum wenden. Tel.: 0800 240077 Mo-Fr 8-18h u Sa 9-17h

Ein Service der Badener Zeitung.

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